Nachhaltigkeit im Unternehmen

Brauchen wir Nachhaltigkeit oder Achtsamkeit?

Es ist sehr spannend, wie sich der Begriff Nachhaltigkeit aus der Forstwirtschaft durch alle sozialen und wirtschaftlichen Bereiche unseres Lebens gefressen hat. Menschen, die schon zuvor achtsam mit sich, den anderen und den Ressourcen umgegangen sind, werden sicher nur noch den Kopf schütteln, was nun alles „nachhaltig“ wird.

Spätestens, seit die letzte Marketingabteilung auf den Nachhaltigkeitszug aufgesprungen ist, wurde es unseriös. Hinter den Fassaden ändert sich nur wenig.

Sicher werden EU Gesetze eingehalten, rechtliche Vorgaben erfüllt. Aber in wie vielen Köpfen hat sich denn tatsächlich etwas im Verhalten verändert? Oder bei den Produkten, den Dienstleistungen, den Finanzgeschäften? Oder den Renditeerwartungen, der Verzinsung?

Mein persönlicher Gipfel des „Sustainable Washings“, den ich miterleben durfte, war ein Vortrag von Nestlé auf dem Controller Congress 2022 in München. Wir Älteren kennen die Pressemitteilungen aus den 80er und 90er Jahren, die Skandale und Skandälchen. Aber Nestlé als nachhaltigste Firma darzustellen? Frech.

Dies ist nur ein Beispiel eines generellen Trends vieler Firmen, sich möglichst schnell eine nachhaltige Außendarstellung zu geben. Ich denke, dass Sustainability nicht von oben angeordnet werden kann. Und es geht auch nicht darum, weniger Papier zu verbrauchen oder weniger Mails zu verschicken, oder Elektroautos zu fahren. Wenn man einen Blick auf andere Länder/Kontinente wirft, dann sind die Schwerpunkte doch sehr unterschiedlich gesetzt.

Und wir lassen uns immer noch durch Fakes und veraltetes Wissen in die Irre leiten. Hier ein Auszug und Beispiel aus der SZ, Süddeutschen Zeitung vom 20.04.2011: „Das Märchen vom edlen Wilden“

… Die Ureinwohner Amerikas gelten als Menschen, die im Einklang mit der Natur lebten. Doch das war keineswegs der Fall. Mitunter zerstörten sie sogar ihre eigene Lebensgrundlage. … „Den edlen, mit der Umwelt in Harmonie lebenden Wilden hat es nie gegeben“, sagt Raymond Hames, Anthropologe an der University of Nebraska, der eine Übersichtsarbeit zum Thema im Fachjournal Annual Review of Anthropology veröffentlicht hat. Das zeige nun abermals die Studie aus dem Tal des Delaware Rivers.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Achtsamkeit der Schlüssel ist, nicht Nachhaltigkeit. Die kommt erst danach. Freut sich nicht jeder Mitarbeiter über Lob, über ein kleines Geschenk vom Meister nach guter Arbeit, über eine bezahlte Brotzeit vom Kollegen? Merkt man nicht schon an der Stimmung in Abteilungen, in denen auch mal gelacht wird, dass dort achtsam miteinander umgegangen wird? Kommen nicht viele gute Ideen und gute Ergebnisse von Mitarbeitern, die geschätzt werden?

Was würde passieren, wenn wir alle im Privat- und Berufsleben achtsamer wären?

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf. kontakt@aqibis.com

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